BUNTSTIFTE -LAND

 

 

Unsere  Projekte im Oromo – Gebiet Goro im Südosten Äthiopiens laufen nun seit 4 Jahren. Das Jahr 2016 ist im wahrsten Sinn das Jahr der „Feuertaufe“.

Nach dem Bau eines Brunnens, der mehrere Dörfer mit sauberem Wasser versorgt, wurden vor drei Jahren die Frauen im Dorf Keku je nach Interesse in Gruppen eingeteilt:

  • Kamelmast
  • Imkerei
  • Ziegenzucht
  • Kleinhandel
  • Hühnerzucht

 

Kamelprojekt

 

10 Frauen erhielten je ein junges Kamel und Unterricht im Mästen und auch das entsprechende Material, wie Salz, Medikamente, u.s.w.

Nach einen knappen Jahr wurden die Kamele unter Anleitung weiterverkauft.

Das Projekt  ist bereits in der dritten Generation. Die Frauen haben es langst weiterentwickelt.

 

Einige sind bei der Kamelmast geblieben, andere haben aus dem Gewinn des ersten Verkaufs Rinder oder Ziegen gekauft. Sie haben Häuser gebaut, Solaranlagen für Licht in ihren Hütten installiert oder Kleinhandel gestartet, mit dem sie ihre Familien ernähren.

Alle haben in die Ausbildung der Kinder im Dorf investiert.

 

Aktuell stehen wir aber vor einer gigantischen Herausforderung:

  • Die Trockenheit in weiten Teilen Äthiopiens.
  • Die Dürre ist verheerend.
  • Nach zwei entfallenen Regenzeiten brechen die Boden auf.
  • Wasserstellen vertrocknen.
  • Die letzte Ernte ist entfallen.
  • Eine Aussaat war nicht möglich.

 

Wenn die Menschen an ihren gewohnten Quellen  kein Wasser mehr vorfinden, stehen sie vor dem Dilemma, zu bleiben und auf Regen zu warten oder mit ihren Herden auf der Suche nach Wasser und Weideland aufzubrechen. In beiden Fallen ist ihr Leben gefährdet.

 

Offiziellen Regierungsangaben nach sind 10 Millionen Menschen in akuter Gefahr. Hilfsorganisationen sprechen von einer wesentlich höheren Zahl.

Die internationale Hilfe läuft schleppend an.

 

Glücklich sind die Menschen in den Gebieten, in denen in den letzten Jahren – zumeist mit Hilfsprojekten durch NGOs – Vorsorge getroffen wurde.

 

 

Unser Dorf Keku lebt!

 

Der Brunnen hat noch Wasser, mit dem die Menschen höchst sparsam umgehen.

 

Alle Bewohner können mit ihren Tieren bleiben.

Einzig die Bienen waren ohne Wasser und Pflanzen nicht zu halten.

Hier müssen wir tatsächlich auf Regen warten.

Alles ist vorbereitet.

Mit dem Einsetzen der ersehnten Regenzeit, wird die Anlage mit neuen Bienen bevölkert.

     

 

Rückschau auf unser Bienenprojekt 2015
 

20 Frauen wurden 2015 mit dem gesamten Equipment für je 2 Bienenstöcke ausgestattet und in einem mehrtägigen Kurs in Imkerei unterrichtet.

Dann wurden die Bienenvölker angesetzt. Eine erste Honigernte ist gelungen.

Der Honig wurde für den Eigenbedarf verwendet, aber auch bereits verkauft. Der Gewinn war je nach Glück und Geschicklichkeit der Imkerinnen unterschiedlich.

 

Und hier berichten die Frauen Erstaunliches:

Mit dem Erlös wurden Schulmaterialien, nicht nur für die eigenen, sondern  für die Kinder des gesamten Dorfes gekauft!

Dieses Sozialverhalten entwickelt sich mit dem Fortschritt unserer Projekte.

Die Bewohner berichten, unser Projekt habe das Zusammenleben des gesamten Dorfes verbessert.

 

 

Die lachenden Frauen von Keku

 

Die Entwicklung der letzten vier Jahre:

 

2012:

Unsere erste Dorfversammlung.

Männer berichteten von ihrer kargen Lebenssituation.

Mit dabei: 5 schweigende Frauen.

Alle anderen blieben in ihren Hütten verborgen.

 

2014:

Zwei Vertreterinnen der Frauen sprachen öffentlich in der Dorfversammlung.

Aus Freude über die Kamele feierten wir ein gemeinsames Fest – erstmals mit den Kindern

 

2016:

Alle Frauen der beiden Projekte erzählten öffentlich über ihre Erfahrungen, Erfolge, Misserfolge. Es wurde diskutiert und viel – gelacht!

 

Auch die Männer meldeten sich zu Wort:

 

Ein Mann berichtete, die Frauen seien in der Imkerei wesentlich erfolgreicher als die Männer, die bisher den Honig von wilden Bienen geraubt hatten.

Bei der Kamelaufsicht unterstützen die Männer ihre Frauen allerdings gerne.

Diese Arbeit sei mit weiten Wegstrecken verbunden und sehr anstrengend.

So seien sie jetzt auch Mitwirkende am Projekt geworden.

 

Der Bürgermeister  berichtete, die Dürre des Jahres 2011 sei vergleichbar gewesen. Damals seien ihre Tiere verendet. Die Menschen mussten das Dorf verlassen und waren auf Nahrungspakete angewiesen.

Jetzt können alle bleiben, unterstützen einander und sind sehr, sehr dankbar dafür.

 

Der Bezirkshauptmann nahm an der Dorfversammlung teil.

Er sagte, Keku sei zum Beispieldorf geworden.

Durch die Neuerungen habe sich die Lebensqualität für 3000 Menschen verbessert.

Er bittet mich als offizieller Regierungsvertreter, diese Projekte weiter zu führen

und auch auf andere Dörfer auszudehnen.

 

Um diesen Wunsch zu erfüllen, bitte ich um Spenden.

Vielen Dank!

 

 

BUNTSTIFTE -STADT

 

Problem Landflucht

 

Wenn Frauen aus Landgebieten vor Armut, Chancenlosigkeit, Zwangsverheiratung und ähnlichem nach Addis Abeba fliehen, geraten sie oft von der Not ins Elend.

 

Es gibt kein soziales Netz. Sie bleiben mit ihren Kindern bettelnd auf der Straße, sind oft von Armutskrankheiten gezeichnet und sind schutzlos (auch sexueller) Gewalt ausgeliefert.

 

   

Hier setzt unsere Hilfe an:

 

Grundversorgung

Frauen und ihre Kinder bekommen als erstes Nahrung und Krankenversorgung und eine Dreimonatsmiete für eine bescheidene Wohnung. Mit unserer Unterstützung sind sie meist bald imstande, durch einfache Arbeiten ausreichend Geld für die Wohnungsmiete zu verdienen. So entscheiden sie früh über die Größe und Qualität ihrer Wohnung.

 

Schulbildung der Kinder

Wir übernehmen sämtliche Bildungskosten wie Schuluniformen, Schulgeld und Schulmaterialien.

Um die Grundschule zu schaffen, bekommen sie Nachhilfeunterricht an den Wochenenden in ihren Schulen und in unserer „Kreativklasse“ mit Spielen und spielerischen Lernmaterialien.

Hier geht es auch um Teamwork: Die größeren Kinder unterstützen die kleineren beim gemeinsamen Lernen.

 

Bildung und Ausbildung der Frauen  - Das Ziel ist die Selbständigkeit

Frauen bekommen je nach Bildungsvoraussetzung und Interesse eine Berufsausbildung und Mikrokredite für selbständige Tätigkeiten wie Kleinhandel, Hühnerzucht, Zubereitung und Verkauf von Injera, Collo, Gewürzen u.s.w.

 

Auch intime Themen werden angesprochen:

In einem ganztägigen Kurs wurden die Frauen von einer äthiopischen Krankenschwester über Gesundheitsthemen wie Hygiene, Sexualität und Empfängnisverhütung unterrichtet.

 

An einem weiteren Tag wurden die Themen in Kleingruppen weiterdiskutiert.

 

Das soziale Netz

Sehr oft sind diese Frauen von ihren Familien abgeschnitten oder verstoßen. Daher helfen wir ihnen, ein neues Sozialgefüge aufzubauen. So fördern wir den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe mit regelmäßigen Treffen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und Ideen diskutiert werden.

Ein Komitee aus drei Frauen wurde gewählt, das Entscheidungen mit unseren Angestellten diskutiert.

Eine gemeinsame Kassa wird mit Minimalbeträgen gespeist und für Notfälle verwendet.

Feste werden gemeinsam gefeiert.

 

Frauen und Kinder finden ihren Weg in die Selbständigkeit - Alles Gute!

Zanebesh konnte mit ihrer Familie in ein Haus aufs Land ziehen.

Genet hat wieder geheiratet, lebt mit ihrem Mann in einem besseren Stadtteil von Addis Abeba und hat ein weiteres Kind geboren. Abel zeigt mir seine guten Schularbeiten.

Zeritu hat sich mit dem bisherigen Erlös ihrer Hühnerzucht ein eigenes Grundstück gekauft!

 

Ein schöner Abschied!

Die Anzahl der Familien hängt von Ihrer Spende ab.

Kann eine Familie in die Selbständigkeit entlassen werden, wird ihr Platz mit einer neuen Familie nach besetzt.

Die Aktion „Buntstifte“ konnte bislang das Leben von über 3000 Menschen zum Besseren wenden.

In deren Namen bedanke ich mich von Herzen bei allen Spendern!

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© Christian Pernthaner