FRAUEN AUF DEM WEG IN DIE SELBSTÄNDIGKEIT

 

 

Während die Medien voll sind mit erschütternden Bildern von überfüllten Flüchtlingsunterkünften in Europa, arbeiten wir konsequent in Äthiopien, um den Menschen ein selbständiges Leben in ihrer Heimat zu ermöglichen. So wollen wir einer möglichen Flucht als letztem und lebensgefährlichem Ausweg vorbeugen.

 

Veronika Pernthaner-Maeke war bei ihrem Aufenthalt beeindruckt von der konsequenten Arbeit des Teams und von der Freude unserer Familien an der wachsenden Selbständigkeit.

 

Wir haben von der Äthiopischen Regierung die Lizenz für weitere drei Jahre unserer Tätigkeit mit zusätzlichen Möglichkeiten bekommen:

Wir werden nun in einem größeren Gebiet arbeiten und zusätzlich auch alleinstehende Kinder aufnehmen. Dazu haben wir ein neues Büro eingerichtet und mit den Familien in einem kleinen Fest eröffnet.

Schul- und Spielmaterialien wurden neu eingeordnet.   Für das Fest haben sich die Mütter organisiert und Geld zusammengelegt, um Kaffee zu kaufen und gemeinsam Brot zu backen. Für die Organisation haben sie drei Sprecherinnen gewählt.

 

Gemeinsames Schreiben, Rechnen, Malen, Spielen:

In Europa eine Selbstverständlichkeit, für Kinder, die noch vor 1 oder 2 Jahren gebettelt haben, sich um die ersten Buntstifte gerauft haben, eine kleine Sensation.

Auch an der Sonntagsschule arbeiten die Kinder aktiv mit: Größere helfen den Kleineren.

Wir konnten einen kleinen Spielplatz anmieten: erst schreiben, dann spielen –

die Freude der Kinder ist riesig!

 

Erste Frauen haben Kleinstunternehmen gegründet. Sie handeln mit Kohle und Holz oder mit Collo, Injera oder Gewürzen, die sie selbst zubereiten.

Ich war natürlich glückliche Großabnehmerin und gebe es gerne weiter.             

 

Aber auch Rückschläge haben wir zu verkraften:

Größte Sorgen bereitet uns die Krebserkrankung von Herrn Danebo.

Er hat mit seiner Frau 2 kleine Kinder.  

Die Wohnung der Familie Abera ist völlig ausgebrannt.

Das gesamte Hab und Gut - Kleider, Schulsachen, die wenigen Möbel - sind verbrannt.

Es gibt keine Versicherung.

Wir helfen beim Neuaufbau.

 

Beide Schicksalsschläge haben in den anderen Familien eine Welle der Solidarität ausgelöst:

Ab sofort zahlen die Frauen bei ihren zweiwöchigen Treffen jeweils 5 Birr (ca. 20 Cent) in eine Gemeinschaftskasse. So wollen sie für künftige Schicksalsschläge eine schnelle Hilfe bereitstellen.

 

Wenngleich der Betrag für solche Katastrophen nicht ausreichen wird, ist diese Initiative sehr aussagekräftig: Frauen, die vor wenigen Jahren entwurzelt, von ihren Familien verstoßen oder entflohen waren, finden hier eine neue Solidargemeinschaft.

Gemeinsam haben sie schon begonnen, mit Zeitungen die Wohnung neu zu „tapezieren“.

 

Diese Zeugnisse der Selbständigkeit sind sehr wichtig.

Wir wollen diese Familien ja aus der Abhängigkeit begleiten und zur Selbstinitiative ermutigen.

Künftig wird Bildung und Ausbildung der wichtigste Bestandteil von Buntstifte - Stadt.

 

 

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