COVID-19 in Äthiopien

In den Landgebieten nehmen die Menschen diesen Virus kaum wahr. Katastrophal ist aber die Situation in den bevölkerungsreichen Großstädten.

 

1. Addis Abeba ist für den Personenverkehr nach außen gesperrt.
 

Durch die Sperre können unsere Frauen nicht mit den Bussen zu den großen Märkten außerhalb der Stadt fahren, um für ihre Erzeugnisse Rohmaterialien billig zu kaufen. Sie können nicht mehr produzieren (Gewürze, Injera, Getränke…). Sie haben kein Einkommen.

Zusätzlich steigen dadurch die Preise für Grundnahrungsmittel sprunghaft an. So hat sich der Preis für das lebenswichtige Teffmehl in den letzen Wochen verdoppelt, jener für das Speiseöl verdreifacht.


 

2. Die Schulen sind geschlossen.

Die Kinder bleiben zuhause, können da aber nichts lernen. In den Slums gibt es kein Internet. Außerhalb der Schule gibt es keinen Kontakt zu den Lehrern. Die Kinder unseres Projekts haben immerhin einen Trost: Die Malerei – Ausstattung, die ich ihnen beim letzten Besuch mitbringen konnte, wird ihnen etwas Abwechslung in der Quarantäne ermöglichen. Aber was werden sie tun, wenn sie nichts mehr zu essen haben?

 


3. Büros und öffentliche Einrichtungen sind nur eingeschränkt geöffnet.


Die Frauen in einem Anstellungsverhältnis verlieren ihr Jobs ohne jede Absicherung. Sie haben kein Einkommen mehr.

Ohne Einkommen können sie die Mieten für  ihre Behausungen nicht mehr zahlen. Nach drei Monaten dürfen die Besitzer sie delogieren.

 

 

 4. Die Menschen sind aufgerufen, zuhause zu bleiben.
 

In den Hütten leben die Menschen auf engstem Raum. In unserem Gebiet sind immer mehrere Hütten / Wohnungen /Barracken in Gruppen zusammengeschlossen. Eine Familie lebt auf 6 – 10 m2

Sie teilen sich meist eine Küche und eine Latrine. Bei einer Infektion sind also sofort 20 bis 50 Menschen unmittelbar betroffen.

Zudem muss das Wasser bei den Wasserstellen geholt werden. Diese sind unterschiedlich weit entfernt. Von unmittelbar nahe bis 30 Minuten.

 

 

Meine größten Sorgen:

-  Viele unserer Frauen haben Vorerkrankungen wie HIV oder Tuberkulose. 

-  Das Gesundheitssystem ist auch in Normalzeiten katastrophal.

-  Ich befürchte als mittelbare Folge eine Hungersnot.

 

Was wir aktuell machen:

 

-  Selbstschutz des Teams

Ich habe mit unserem Team in Addis Abeba vereinbart, dass sie darauf achten, sich selbst zu schützen. Es ist jeweils nur eine Person im Büro. 

 

- Gesundheit, Ernährung und Wohnung als Hauptprogramm

Wir stellen das Bildungsprogramm für dieses Jahr zurück und konzentrieren uns auf Ernährung, Wohnung und Gesundheit. So konnten wir mit zusätzlichen Spenden bereits alle Familien mit Grundnahrungsmitteln für drei Monate ausstatten.

Weiters bezahlen wir die Mieten für die Familien, die durch die Covid-Maßnahmen das Einkommen verlieren. Die kommenden drei Monate sind gesichert.

 

- Information und Kontakt mit Handy

Ich bin in ständigem Kontakt mit unserem Direktor Seife Lemma in Addis Abeba. So kann ich ihn jeweils aktuell informieren, was wir über die Krankheit wissen. Dieses Wissen gibt er an die Frauen weiter. Wir haben mit Sonderspenden alle Frauen unseres Projekts mit Handys ausgestattet. So können sie in Kontakt bleiben.

 

Danke für alle Spenden! Sie waren noch nie so notwendig wie jetzt. Sie ernähren und retten Leben.

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